Themenbereich CCS

CHAdeMO oder CCS – CHAdeMO und CCS?

Die Dialogplattform “Elektromobilität im Dialog” und der Branchendienst electrive.net luden ein zur Diskussion, und die Branche folgte. Die Frage war dabei so einfach wie kompliziert: Soll in Deutschland bei Ladestationen auf CHAdeMO verzichtet werden? CHAdeMO ist der Handelsname einer markenübergreifenden elektrischen Schnittstelle eines Batteriemanagementsystems für Elektroautos, die in Japan entwickelt wurde. Insgesamt wurden 1.239 Meinungen abgegeben. Dabei ergab sich ein leichter Vorsprung der Befürworter des Verzichtes, wobei die eindeutigen Pro- und Contra-Positionen mit jeweils 464 Stimmen genau gleich stark verteilt waren, so die Autoren der Umfrage.

Die Unterstützter von CHAdeMO argumentieren unter anderem, dass eine Ausgrenzung  des Standards potentielle Neukunden von Elektroautos abschreckt und ein Schlag gegen die Pioniere der Elektromobilität sein. Early Adopter haben sich diese oft CHAdeMO-Fahrzeuge gekauft. Ist es da klug, sie plötzlich auszusperren und gleichsam kalt zu enteignen? Die Mehrkosten für die Integration des CHAdeMO-Protokolls in eine Schnellladesäule betragen doch nur rund fünf Prozent. Und wäre es denkbar, dass eine Tankstelle nur Diesel anbietet, aber kein Benzin?

Die Gegner von CHAdeMO halten dagegen: Die Elektromobilität befindet sich noch immer in einem Frühstadium, in dem die Chance besteht, eine einheitliche Ladeinfrastruktur aufzubauen, die frei von unnötigen Fragmentierungen ist. Und wir brauchen einen einheitlichen Schnellladestandard. Deshalb haben sich alle deutschen Hersteller und auch die US-amerikanische Autoindustrie auf CCS-Lader verständigt (Combined Charging System). CHAdeMO weicht zudem stark von den Normen ISO 15118 bzw. DIN 70121 ab, die für Europa definiert worden sind. CHAdeMO ist überdies teuer und seinem klobigen Stecker schwer und unhandlich.

Beide Parteien haben diese und noch weitere Argumente vorzuweisen – entscheiden werden … die Kunden.