Stop für Verbrennungsmotoren, freie Fahrt für Stromer

Geschichte wiederholt sich: Am 1. Oktober 1997 wurde für 24 Stunden in Paris erstmals ein Fahrverbot verhängt, das direkt mit der Luftverschmutzung der Stadt zusammenhing. Seither galt in der Metropole ununterbrochen das Motto „Freie Fahrt“. Die Nutzung des Autos einzuschränken, gilt nicht nur in Deutschland als Tabu, und jeder Schritt in diese Richtung gerät zum politisch gefährlichen Thema. Nun wussten sich die Behörden jedoch nicht mehr anders zu helfen als doch wieder zum Äußersten zu greifen, um der Luftverschmutzung Einhalt zu gebieten: Am 17. März hatten nur Kraftfahrzeuge mit ungerade endenden Nummernschildern das Recht, auf den Pariser Straße unterwegs zu sein. Weitere Ausnahmen: Hybrid- und Elektroautos!

Vorübergehend verschwand der Eiffelturm in dichtem Dunst, über den Straßen lag ein Nebel aus Abgasen. Die Augen tränten, Juckreiz und laufende Nasen plagten nicht nur Allergiker. Nachdem die Feinstaubbelastung alle Grenzwerte überschritten hatte, verordnete die Regierung nach langem Zögern für Paris erst die Gratisnutzung der öffentlichen Verkehrsmittel – Busse, Bahnen, Metro – sowie der Leihfahrräder und elektrischen Mietautos. Nun folgte die Radikalkur gegen den Smog, die bei Zuwiderhandlung mit bis zu 35 Euro geahndet wird – wie Spiegel Online berichtet.

Trotz einiger Ausnahmen ist die Entscheidung der Behörden in Paris ein starkes Zeichen. Für Metropolen wie Paris sind neue Verkehrskonzepte längst überfällig. Bilder, die man bisher nur aus chinesischen Megastädten kannte, werden nun auch in Europa Realität. Um dem gegenzusteuern sind tiefgreifenden Veränderungen notwendig. Dieser werden aber nur akzeptiert – und somit erfolgreich sein – wenn sie die Mobilität der Menschen verändern statt einschränken. Elektromobilität, die auf Energie aus emissionsfreien Quellen wie Wind- und Solarenergie basiert, wird im Mobilitätsmix der Zukunft im urbanen Raum eine wichtige Rolle spielen. Damit wird auch die Ladeinfrastruktur einen höheren Stellenwert auf der Agenda der Verkehrsplaner einnehmen. Fahrverbote werden die Probleme nicht lösen.

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