Heute sparen, morgen die Rechnung bezahlen – Geplante Einschnitte der Klimaprogramme

Den Gürtel enger schnallen, dieses Motto erfreut sich seit Monaten großer Beliebtheit. Egal ob in Spanien, Griechenland, Portugal oder zuletzt in Zypern: Sparen ist europaweit en vogue – und das aus gutem Grund. Schließlich gilt es hier nicht zuletzt durch das Senken von Ausgaben den nachfolgenden Generationen keinen zu großen Schuldenberg zu hinterlassen, der unseren Kindern und Enkel die Zukunft versperrt. Auch in Deutschland steht seit Jahren das Kürzen von Ausgaben auf der Agenda. Auch hierzulande gibt es dafür gute Gründe. Das dabei auch Subventionen auf den Prüfstand kommen, das ist klar.

Kürzungen bei Elektromobilität

Nun soll es aber auch den Klimaprogrammen an den Kragen gehen. Aktuellen Berichten zufolge gibt das  Bundesumweltministerium etliche Energie- und Klimaprogramme aus Geldmangel auf: Noch im Laufe des Monats will Peter Altmaier unter anderem den Stopp von einigen Förderprogrammen zur Elektromobilität, zur Entwicklung von Stromspeichern und für den Waldklimafonds bekanntgeben. So berichtet der „Spiegel“. Im April sollen weitere Klimaschutzprojekte gestrichen werden.

Sparen am richtigen Ende

Sparen am richtigen Ende

Betroffen sind angeblich 14 Einzelmaßnahmen, die eigentlich aus dem Energie- und Klimafonds der Regierung finanziert werden. Dort werden aber die Mittel knapp, weil der CO2-Zertifikatehandel nicht genug Geld einbringt. Während der Bundesumweltminister die Zertifikate verteuern will, blockt der Bundeswirtschaftsminister diese Pläne ab. Seine Begründung: Die Industrie werde zu stark belastet.

Weitere Konflikte stehen bevor – Strompreisbremse

Neben dem Konflikt zwischen Umwelt- und Wirtschaftsminister sorgt das Thema der Energiepreise auch für Ärger zwischen dem Bund und den Ländern. Auch hier stehen Einsparungen zur Debatte: Ziel der Regierung ist es, die Umlage von knapp 5,3 Cent pro Kilowattstunde für die Ökostrom-Förderung auf den Rechnungen der Haushalte stabil zu halten. Ein Mittel dabei sollen die Kürzungen bei der Förderung erneuerbarer Energien sein. Schwarz-Gelb will diese langfristig um 600 Millionen Euro kürzen, die rot-grünen Länder wollen nur eine Reduzierung um 200 Millionen Euro.

Sparen ja – an den Ressourcen

Die Debatte um Energie- und Strompreise sowie die Förderung erneuerbarer Energien und Elektromobilität basiert unserer Meinung nach auf einem grundsätzlich falschen Gedanken: Wer heute in diesen Bereichen zu sehr spart, der erhöht damit lediglich die Kosten, die in der Zukunft anfallen. Je später es uns gelingt, die fossilen Brennstoffe durch regenerative Energiequellen zu ersetzen, desto teurer wird uns dies in Zukunft zu stehen kommen. Dies gilt auch für die Elektromobilität. Die konventionellen Antriebskonzepte setzen auf Öl – und dieses ist definitiv endlich. Eine Verteuerung der Preise der knapper werdenden fossilen Brennstoffe ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Kein staatlicher Eingriff wird langfristig verhindern können, dass die Energiekosten steigen – mit uns ohne Energieumlage!

Nachhaltiges Wirtschaften

Nachhaltiges Wirtschaften orientiert sich an der Zukunft

Aus diesen Gründen sehen wir nur wenig Sinn darin, in diesen zukunftsentscheidenden Bereichen Mittel einzusparen, um Industrie und Bevölkerung vordergründig (und bestenfalls kurzfristig) zu entlasten. Die dicke Rechnung wird am Ende kommen – und wir haben es noch teilweise in der Hand, wie hoch der Preis sein wird, den wir für den jahrzehntelangen sorgenfreien Verbrauch fossiler Brennstoffe bezahlen müssen.

* Bitte füllen Sie die mit einem Stern markierten Felder aus.
Ihre e-Mail Adresse wird niemals veröffentlicht.

XHTML: erlaubte Tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>