Elektromobilität ganzheitlich angehen – Befreien wir uns vom Petrol Lock-in

Plagiate sind out – oder schwer im Kommen. Das ist wohl eine Frage der Perspektive. Auf jeden Fall wollen wir nicht verschweigen, dass wir einen sehr cleveren Blogeintrag von Marius Brand (Fraunhofer IAO) als Aufhänger für diesen Post genommen haben. Da wir seit der Auszeichnung „Elektromobile Stadt der Zukunft“ eng mit dem Fraunhofer IAO zusammenarbeiten, sehen uns das die Forscher aus Stuttgart sicherlich nach.

Marius Brand spricht im Zusammenhang mit der Energiewende in Deutschland von einem Carbon Lock-in. Den Begriff „Lock-in“ beschreibt er als Zustand, in dem überlegene Güter nicht in den Markt kommen, weil der Markt durch das Vorhandensein einer etablierten Alternative bereits auf diese (alten Güter) fixiert ist.

Kohle versus Ökostrom – der Carbon Lock-in

Fixiert ist der Energiemarkt in Deutschland nach Meinung von Brand, weil die Kosten für die Erstellung der (schlechteren, aber etablierten) Alternative schon bezahlt wurden und nicht mehr zurückgeholt werden können. Genau das sei beim hierarchisch strukturierten Energienetz auf der Basis fossiler Kraftwerke der Fall. Deswegen spricht er hier von einem  Carbon Lock-in in Deutschland. Da dieser Sachverhalt bei Kernkraftwerken ähnlich ist – auch hier wurden schon Milliarden investiert – gibt es wohl parallel dazu einen Nuclear Lock-in.

lock-in

Mancher Lock-in ist nur schwer zu knacken

Tanken oder Laden – der Petrol Lock-in

Im Bereich der Mobilität ist das Phänomen ähnlich. Der Lock-in auf das System der Verbrennungsmotoren ist nur schwer aufzubrechen. Er besteht nicht nur aus den Autos, sondern ebenfalls aus den Tankstellen und der kompletten damit verbundenen Logistik – und den Gewohnheiten der Bürger, die sich auf die Mobilität durch fossile Treibstoffe eingerichtet haben.

Um aus diesem Petrol Lock-in herauszukommen genügt es nicht, praxistaugliche Elektroautos zu bauen. Dies ist nur einer von mehreren wichtigen Schritten. Das System „Mobilität“ muss ganzheitlich betrachtet und bearbeitet werden, wenn Elektromobilität eine Zukunft haben soll. Dazu gehören die Elemente „Fahrzeuge“, „Energieträger“, „Nutzungsformen und –gewohnheiten“ sowie Lade- und Standplatzmöglichkeiten.

erneuerbare energie

Erneuerbare Energien haben einen schweren Stand

Solarladestationen als (ein) Schlüssel

Mit der Solarladestation Point.One haben wir uns einen wichtigen Aspekt des Petrol Lock-in vorgeknüpft. Genau genommen: mindestens zwei. Die Ladestation geht sowohl das Thema der Energieträger an, indem sie auf selbsterzeugten Sonnenstrom sowie auf Ökostrom aus dem öffentlichen Netz setzt, als auch das Thema der Lade- und Standplatzmöglichkeiten. Wir wollen bewusst eine möglichst offene und flexible Lösung bieten, die verschiedene Ladetechnologien sowie Betreibermodelle unterstützt.

Eine wichtige Aufgabe übernehmen bei Point.One zudem die intuitiven Benutzeroberflächen, welche die Bedienung der Solarladestation vereinfachen, und die gleichzeitig zur Interaktion und Edutainment animieren. Dadurch fällt es den Menschen leichter, sich auf die neue Mobilität einzulassen und Gewohnheiten zu entwickeln.  Durch die Integration moderner Kommunikationstechnologie soll es so gelingen aus dem Petrol Lock-in auszubrechen, die Menschen „abzuholen“ und ihnen eine komfortable Brücke, hin zur Elektromobilität zu bauen.

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